Eileiterschwangerschaft

Wenn sich das befruchtete Ei im Eileiter der Frau einnistet, ist von einer so genannten Eileiterschwangerschaft die Rede. In jedem Fall ist dabei ärztliche Hilfe gefragt und es muss unbedingt zu einer Behandlung kommen. Eine Eileiterschwangerschaft ist leider nicht ganz unproblematisch für die betroffene Frau. Allerdings sind ohnehin nur ein bis zwei Prozent aller bestehenden Schwangerschaften eine Eileiterschwangerschaft und davon wiederum enden die allermeisten unbemerkt in einer Fehlgeburt. Sollte das Embryo jedoch weiter wachsen, kann dies in einzelnen Fällen sogar lebensbedrohlich werden.

Was bei einer Eileiterschwangerschaft auf die schwangere Frau zukommt

Welche Gefahren bestehen, wenn sich das Ei im Eileiter einnistet

Welche Gefahren bestehen, wenn sich das Ei im Eileiter einnistet

Was ist eine Eileiterschwangerschaft

Bei einer Eileiterschwangerschaft schafft es die befruchtete Eizelle nicht ganz bis zur Gebärmutter und nistet sich deswegen schon auf dem Weg dorthin ein – nämlich im Eileiter. Der Weg zur Gebärmutter wird normalerweise in 3-4 Tagen zurückgelegt. Kann das Ei jedoch diese nicht erreichen, wird es sich nach spätestens 6-7 Tagen an Ort und Stelle einnisten. Das Problem dabei ist, dass diese Stelle natürlich nicht dafür vorgesehen ist, dass sich hier ein Ei einnistet und schon gar nicht, dass sich dort ein Embryo entwickelt und heranwächst.

Warum kommt es zu einer Eileiterschwangerschaft

Die Gründe dafür, warum das Ei es nicht bis zur Gebärmutter schafft, sind unterschiedlich. Wenn es zum Beispiel zu einer Entzündung der Eileiter kommt, kann sich dort alles verengen, bzw. können sich die Eileiter sogar verlegen. Folglich ist es der Eizelle gar nicht möglich, in die Gebärmutter zu wandern. Auch Blinddarmentzündungen oder Entzündungen im Bauchraum können verantwortlich für Eileiterschwangerschaften sein, denn diese verursachen manchmal Verwachsungen. Eine Verengung kann beispielsweise nach einer Operation der Harnleiter, bzw. des Blinddarms entstehen. Manchmal führt das Tragen einer Spirale dazu, manchmal sind es geschädigte Eileiter oder auch Polypen, die zu einer Eileiterschwangerschaft führen. Eine Endometriose beispielsweise führt mitunter zu Schädigungen der Eileiter genauso wie auch Chlamydien-Infektionen. Sogar Antibabypillen sowie Rauchen erhöhen das Risiko. Auch Schwangerschaften ab einem Alter von 32 Jahren könnten ein erhöhtes Risiko darstellen. Frauen, die bereits einmal eine Eileiterschwangerschaft hinter sich gebracht haben, haben immer auch ein höheres Risiko, dass diese Komplikation bei einer weiteren Schwangerschaft erneut eintritt.


Warnsignale

Die wenigsten Frauen können eine Eileiterschwangerschaft überhaupt spüren, das heisst bevor sie etwas merken, kommt es zur Fehlgeburt. Starke Schmerzen und Blutungen könnten ein Zeichen sein für eine bestehende Eileiterschwangerschaft. Denn wenn der Platz für den Embryo zunehmend enger wird, reisst irgendwann das Gewebe oder sogar der ganze Eileiter und es kommt zu Blutungen in den Bauchraum. Gerade intensive Blutungen stellen unter Umständen eine Gefahr für die werdende Mutter dar. Daher sollten Frauen, die in der frühen Schwangerschaft an Schmerzen und Blutungen leiden, sicherheitshalber den Arzt aufsuchen. Auch Schwindelgefühle, Ohnmacht und permanente Kreislaufstörungen sowie bräunlicher Ausfluss in Verbindung mit ungewöhnlichen Schmerzen können ein Warnsignal sein. Je früher jedoch der Arzt eine bestehende Eileiterschwangerschaft erkennt, desto grösser ist die Chance, dass alles komplikationslos verläuft. Allerdings können Blutungen und Schmerzen auch verschiedene andere Ursachen haben wie beispielsweise Zysten, Fehlgeburten oder schlimme Harnwegsinfektionen.

Wie früh kann eine Eileiterschwangerschaft erkannt werden

Besonders frustrierend ist die Diagnose, wenn die Schwangerschaft ganz normal beginnt –die Periode bleibt aus, ein Test zeigt positiv und die Freude ist gross. Erst nach einiger Zeit oder eben dann, wenn Beschwerden auftauchen – das ist meist zwischen der 6. und 9. Woche zum ersten Mal der Fall – wird der Arzt möglicherweise feststellen, dass es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelt. Dann ist der Schmerz über den Verlust natürlich gross. Das frühe Feststellen jedoch ist schwierig, denn selbst auf dem Ultraschallbild kann der Arzt eine Eileiterschwangerschaft nicht allzu früh erkennen. Manchmal ist ein Tastbefund aufschlussreicher. Zum einen wegen der Schmerzen, die die Frau dabei an bestimmten Stellen empfindet und zum anderen, weil die Gebärmutter in dem Fall kleiner ist als vergleichsweise bei einer normalen Schwangerschaft. Anhand des Hormonspiegels jedoch kann der Arzt ebenfalls Aufschluss darüber bekommen, ob eine Eileiterschwangerschaft vorliegt oder nicht. Im Zweifelsfall bleibt nur eine Bauchspiegelung.

Feststehende Diagnose: Eileiterschwangerschaft

Es wäre zwar zu schön, wenn man den Embryo einfach umpflanzen und vom Eileiter in die Gebärmutter versetzen könnte. Das jedoch ist leider unmöglich. Hat der Arzt dann tatsächlich eine Eileiterschwangerschaft festgestellt, wird er ab wägen zwischen Abwarten und Eingreifen. Abwarten bringt oft eine in dem Fall erwünschte Fehlgeburt mit sich. Allerdings muss die werdende Mutter dabei beobachtet werden, meist sogar in der Klinik. Daher wird nur in ganz frühem Stadium abgewartet. Ansonsten wird der Arzt vielleicht auch entscheiden, den Embryo mittels einer Bauchspiegelung zu entfernen und zwar direkt durch die Bauchdecke. Eine Alternative, die nicht so häufig gewählt wird, ist die medikamentöse Behandlung der Eileiterschwangerschaft mit Methotrexat. Es führt zum Absterben des embryonalen Gewebes und dann wiederum zur Fehlgeburt. Der Eileiter wird hierbei nicht verletzt, diese Methode wird jedoch nur angewandt, wenn die Frau noch keinerlei Beschwerden hat.

Wieder schwanger werden

Die Frau sollte nach einer Operation oder Fehlgeburt drei Monate warten und kann dann wieder schwanger werden. Das Risiko einer erneuten Eileiterschwangerschaft liegt dann aber um circa 20% höher. Falls die Diagnose zu spät gestellt wurde, kann es auch erforderlich werden, dass der betroffene Eileiter komplett entfernt werden muss. Das jedoch ist glücklicherweise eher die Ausnahme. Aber für eine neuerliche Schwangerschaft reicht auch ein Eileiter aus – die Chance, daraufhin eine normale Schwangerschaft zu haben sinkt damit leicht. Die Sterblichkeit liegt heute jedoch nur noch bei 0,1 Prozent, noch vor 100 Jahren war dies jedoch eine sehr häufige Todesursache bei jungen Frauen.



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