Trotzanfälle und wie man damit umgeht

Wer hat das Szenario nicht schon gesehen: Im Supermarkt an der Kasse, das nette kleine Mädchen vor uns in der Schlange will Süssigkeiten, aber die Mutter sagt nein. Urplötzlich verwandelt sich der kleine Engel in ein kleines Biest, wirft sich auf den Boden und schreit. Und wer keine Kinder hat erwischt sich auch oft beim Gedanken „na die Mutter hat ihren Junior aber auch so gar nicht im Griff.“ Wer jedoch selber Elternteil ist, wird das Verhalten solcher Kinder nicht mehr so schnell „verurteilen“ – ganz einfach deshalb, weil wohl alle Eltern schon mal in ähnlicher Situation waren.

Trotzanfälle

Aber, so hart es auch klingt: genau wie das Fremdeln ist das Trotzalter eine Phase, die für die Entwicklung der kleinen Persönlichkeit wichtig ist. Gut, fragt man sich, aber kann das kleine Persönchen sich denn auch nicht entwickeln ohne so ein Stur kopf zu sein? Ja und nein. Die Worte „Ich will aber!“ und „Nein!“ sind für ein Kind eine wichtige Phase mit einer Entwicklung in Richtung eigenständiger, selbst denkender Mensch.

Am Anfang noch macht das Baby alles, was es muss oder besser: es kann sich ja eigentlich gar nicht wehren. Je mehr selbständiger das Kind wird und vor allem denkt, desto eher wird es versuchen, seinen eigenen „Lustgewinn“ in den Vordergrund zu stellen und eben Dinge, die es nicht will, ablehnen – oder jene, die es doch will, versuchen, mit allen Mitteln zu bekommen. Das Trotzalter kann den Eltern tatsächlich den letzten Nerv rauben. Meistens hat man nun mal gerade keine Lust oder auch keine Zeit dafür, irgendwelche im Moment völlig unnützen Diskussionen zu führen.


Kinder suchen bewusst diese Grenzen

Gerade daher ist es für die Eltern umso wichtiger, konsequent, aber auch verständnisvoll und glaubhaft aufzutreten. Am besten ist es für kleine Trotzköpfe, klare Regeln zu bekommen, die dann auch eingehalten werden – egal, wie viel Geschrei es auch immer „einsetzt“. Je weniger Regeln es gibt, desto einfacher kann man auch konsequent sein. Sicher, es ist schwierig, in der oben genannten Situation hart und konsequent zu bleiben. Aber auch klar, dass ein Kind, wenn es tobt und schreit nach einem „Nein“ der Eltern, schnell lernt, dass das Geschrei was gebracht hat, wenn die Eltern dann doch letztendlich einknicken. Also: Augen zu und durch. Dem Kind einmal liebevoll aber deutlich klar machen: es war so ausgemacht, Süsses gibt es heute hier nicht! Und dann, so hart es klingt, schreien lassen. Wer vorher klare Spielregeln schafft, ist auch klar im Vorteil.

Es ist wie bei vielem mit kleinen Kindern: Klare Tagesstrukturen, Regelmässigkeiten und Rituale helfen den Kleinen, sich in der manchmal etwas komplizierten Erwachsenenwelt besser zurechtzufinden.



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