Suchtvorbeugung bei Jugendlichen

Davor haben Eltern von pubertierenden Kindern am meisten Angst: Alkohol und Drogen nehmen jetzt an Bedeutung zu, fast immer bringt der eine oder andere Freund Zigaretten mit und man kann nur hoffen, dass das Kind auch wirklich standfest bleibt und nicht nur mitzieht, um nicht womöglich aus der Clique ausgeschlossen zu werden und uncool zu gelten.

Handeln bevor es so weit kommt

Handeln bevor es so weit kommt

Aufklärung – lieber zu früh

Klar: der Freundeskreis wird zusehends wichtiger und der Einfluss der Eltern nach und nach verschwindend gering. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig eine gute Grundlage zu schaffen und mit den Kindern das Thema Drogen anzusprechen. Für viele Kinder allerdings ist es mit 13 oder 14 Jahren noch etwas abstrakt und vor allem in weiter Zukunft, wenn man ihnen sagt, dass Zigaretten später zu Krankheiten führen. In dem Alter denkt man nämlich noch nicht unbedingt über die Gesundheit in 20 Jahren nach. Wichtig ist auch, aufzuzeigen, dass sich das “Ausprobieren” ganz schnell zur Sucht entwickelt und man bei einer Sucht nicht mehr in der Lage ist, selbständig zu entschieden, dass man gerne damit aufhören würde. Man ist quasi “Geissel” von Zigaretten, Alkohol oder noch Schlimmerem. Einfach so aufhören geht nicht und schneller als es einem lieb ist, ist man abhängig. Unter Alkoholeinfluss ist es gefährlich, Auto zu fahren und man ist nicht mehr Herr seiner Sinne – was bedeutet, dass andere Menschen möglicherweise etwas mit einem anstellen können, ohne dass man dies noch mitbekommt.

Was gibt es denn überhaupt für Gründe, zur Zigarette zu greifen? Es schmeckt nicht wirklich, ist unglaublich teuer und bringt einen früher ins Grab. Man stinkt und wird zunehmend vor die Türe gewiesen. Also ist es doch sinnvoll, lieber gleich die Finger davon zu lasen, oder?


Der Reiz ist grösser

Dennoch werden die meisten Eltern es nicht verhindern können, dass ihr Kind doch mal eine Zigarette ausprobiert oder auch einen kleinen Rausch am eigenen Körper erfährt. Davon geht die Welt nicht unter, nur die Grenzen fliessend. Ruhig sollte man als Erwachsener zugeben, dass man als Jugendlicher auch mal betrunken war, sich aber danach grottenschlecht gefühlt und in Grund und Boden geschämt hat. Die Neugier der Jugendlichen ist aber in jedem Falle da – ganz klar auch der Reiz des Verbotenen.

Das bereits gestärkte Selbstbewusstsein ist übrigens auch ein ganz wichtiger Faktor, wenn es ums Thema Suchtprävention geht. Kinder, die beliebt und gut in den Freundeskreis integriert sind, können es sich “erlauben” zu sagen “danke, nein, ich möchte keine Zigarette rauchen und Alkohol mag ich auch nicht” – ohne dass sie deswegen gleich als blöd oder uncool angeschaut werden. Naja, vielleicht ein bisschen – aber eins sollte den Kindern klar sein: nur um akzeptiert zu werden zu Rauchen oder Drogen zu nehmen, sollten sie tunlichst vermeiden. Freunde, die einem sonst die Freundschaft entziehen, sind dies nämlich gar nicht wert. Man kann auch etwas wert sein ohne Drogen zu nehmen! Im Gegenteil: wer es schafft, beliebt zu sein, ohne immer bei allem mitmachen zu müssen, der ist wirklich beliebt seiner selbst willen.

Eltern als Vorbilder

Ein gutes Vorbild der Eltern ist immer noch das A und O. Rauchende Eltern, die ihrem Nachwuchs klarmachen wollen, wie schädlich das eigentlich ist, kommen wahrscheinlich nicht ganz so überzeugend rüber. Dasselbe gilt natürlich auch für den Alkoholkonsum. Leider ist ein Glas Wein oder Bier bei vielen schon Standard, also lernen Kinder schnell, dass Alkohol einfach dazugehört. Dem ist eben nicht so, und je mehr die Eltern dies vorleben, desto weniger ist es für die Kinder normal.

Und wenn doch

Wenn die Eltern dann jedoch merken, dass der Nachwuchs eben doch raucht oder trinkt, ist zum einen ein Gespräch angebracht und zum anderen sollten sich die Eltern überlegen, ob ihr Kind womöglich zu viel Taschengeld bekommt – wenn es für den regelmässigen Konsum von Rauschmitteln ausreicht.



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