Handy, Nintendo und Co

Heutzutage sind sie aus den Kinderzimmern absolut nicht mehr wegzudenken, Nintendo und andere Spielkonsolen haben längst Einzug gehalten. Aber: muss man als Eltern unbedingt mitziehen und einem 6 jährigen einen eigenen Gameboy kaufen? Nein, muss man nicht. Sicher ist es der grosse Wunsch von den Kleinen, genauso ein cooles Gerät zu besitzen wie die Freunde – aber wirklich schaden tut es nicht, wenn man eben nicht perfekt technisch ausgestattet ist. Viele Kinder haben schon bessere Handys und Rechner als ihre Eltern. Und eines sollte man sich vor Augen halten: natürlich wollen sie das neue coole Handy garantiert nicht, weil man damit so toll telefonieren kann, sondern weil es Inn ist und ein Statussymbol darstellt.

Ist das wirklich das beste Spielzeug?

Den lieben Kleinen alles zu verwehren, was Medien und technische Geräte anbetrifft, ist vermutlich der falsche Weg. Wohldosiert allerdings sollte es schon sein. Und der letzte Grund, seinem Nachwuchs etwas zu kaufen ist der, dass es „alle anderen auch haben“. Meistens stimmt dies ohnehin bei näherer Betrachtung nicht, und nur weil alle es haben, wollen, dürfen – ist das überhaupt ein Entscheidungsgrund? Eben.

Eigentlich verhält es sich sogar andersherum: ein Kind, welches das Top neueste Handy nicht hat, wird sogar in seinem Selbstbewusstsein gestärkt. Wird es von seinen Freunden gemocht um seiner selbst Willen oder wegen des tollen Handys? Dazugehören, klar, das wollen alle. Aber hier gilt es, Kompromisse zu finden, vor allem wenn die Eltern aus dieser Konsumspirale aussteigen wollen. Ein Nintendo prinzipiell ja, aber alles zu seiner Zeit. Oder einen mit dem Geschwisterchen zusammen. Wenn der Wunsch nicht sofort befriedigt wird, hat das im Zweifelsfall auch Vorteile. Haben wir früher jeden Wunsch erfüllt bekommen? Sollten nicht auch manche Wünsche nur Wünsche bleiben? Bekommen wir heute alles, was wir haben wollen? Genauso sollten wir unsere Kinder auch erziehen. Wenn das Standardhandy nicht gut genug ist, muss Junior eben was draufzahlen – vom Taschengeld versteht sich. Überhaupt brauchen 8 jährige in der Regel kein eigenes Handy. Okay, ein Handy kann im Zweifelsfall Leben retten. Aber ein Knirps kann oft noch nicht wirklich vernünftig damit umgehen. Durchaus auch denkbar, dass der Nachwuchs erst mal kein eigenes Handy bekommt und nach Bedarf einmal ein ausgedientes der Eltern mitnehmen darf.


Alles bekommen ist pädagogisch nicht sinnvoll

Klar ist, dass dieses Thema in der Familie individuell gehandhabt und ausdiskutiert wird. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass Kinder, die nicht alles bekommen, was sie gerne wollen, absolut keinen Schaden davontragen, im Gegenteil. Manchmal ist so ein Wunsch auch nur eine Eintagsfliege und wenn man den Nintendo mit sechs-, und sieben Jahren verweigert hat der Nachwuchs im Alter von acht Jahren vielleicht ganz andere Interessen und Prioritäten.

Wichtig, sogar am allerwichtigsten ist es, dem Nachwuchs zu vermitteln “Du bist auch etwas wert ohne Markenhandy, ohne Markenklamotten, ohne Gameboy und anderen „Luxus“. Wer Dich uncool findet nur wegen Deines Handys, ist der wirklich dein Freund?“ Das kann sogar selbstbewusst machen: „nein, ich habe keinen Gameboy und weisst du was? Es geht auch ganz gut ohne. Ich brauche das nicht um cool zu sein.“ Allerdings: sollte das Kind gemobbt werden, muss man schon ein bisschen genauer nachfragen. Aber auch hier gilt: nur nachgeben, damit Ruhe ist – wie lange kann und soll man das unterstützen? Fingerspitzengefühl ist angesagt und natürlich hängt das auch vom Charakter des Kindes ab. Ein selbstbewusstes, eher beliebtes Kind hat vermutlich weniger Probleme damit als ein ohnehin schon unbeliebtes Kind. Ob es dann mit dem neuen Handy eher gemocht wird, sei allerdings dahingestellt.



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