Warum Babys immer getragen werden wollen

Junge Eltern werden es ganz schnell merken: alle Babys lieben es, am besten den ganzen Tag herumgetragen zu werden. Am liebsten im Tragetuch ganz nah bei Mami. Klar, das angenehme an der Sache ist, dann sind sie ruhig und zufrieden – aber wehe, man legt sie ab, schon geht’s los mit dem lautstarken Protest.

Was nun?

Keine Angst: herumtragen hat mit Verwöhnung schlichtweg überhaupt und gar nichts zu tun. Zum einen kann man so ein kleines Baby noch gar nicht verwöhnen, zum anderen ist das Getragen werden ein Grundbedürfnis des Babys. Aus biologischer Sicht gehen einige Wissenschaftler sogar so weit, anzunehmen, dass menschliche Babys zur Familie der Traglinge gehören. Bekannt sind ja bei den Säugetieren zu denen der Mensch zweifelsohne gehört, vorwiegend Nesthocker und Nestflüchter – aber ein Säugling ist eben weder das eine noch das andere.


Im Tierreich kennt man so genannte Traglinge zum Beispiel von Koala-Bären, Affen und Kängurus. Und wenn man weiss, dass so ein Baby quasi zum Tragen gedacht und gemacht ist, wird einem auch schnell klar, warum es sich dabei so wohl fühlt. Es schaukelt einfach schon, dazu riecht es wohlig nach Mama oder Papa, der Herzschlag ist richtig beruhigend und einschläfernd und zudem werden Babys Sinne bestens geschult beim Tragen. Gleich nach der Geburt haben Babys ja auch bekanntermassen den Moro-Reflex – sie greifen mit den Händchen. Dies ist ein Relikt und ebenso wie das Anziehen der Beinchen ein Zeichen dafür, dass es prima an den Körper von Mama oder Papa passt und am besten dort getragen werden sollte. Getragene Babys sind zufriedener, ruhiger und entwickeln sich besser.

Mit einem guten Tragtuch bleiben Rückenschmerzen erspart

Traghilfen verwenden

Wem das auf Dauer lästig ist – man hat ja keine Hand mehr frei um irgendetwas zu erledigen – der sollte sich nach einer Tragehilfe umschauen, egal ob es ein Tuch oder eine anderes Tragesystem ist. Möglichkeiten gibt es viele, derartige Tragen boomen, weil der Trend eben auch eindeutig in die Richtung geht: das Baby zu tragen. Sorgen um Babys Rücken sind meist unbegründet: wird das Tuch richtig gebunden oder handelt es sich um eine ergonomisch korrekte Tragehilfe, spricht überhaupt nichts gegen das Tragen – ganz im Gegenteil. In Afrika werden die Kinder alle getragen und haben dennoch weniger Rückenprobleme als wir hier in den hoch entwickelten Ländern. Ein paar Dinge muss man jedoch dabei beachten: der Rücken sollte in seiner halbrunden Form unterstützt werden, der Kopf muss gut gestützt sein und die Beinchen optimal gespreizt – Anhock-Spreiz-Stellung nennt sich das. Idealerweise sollt bei einer Tragehilfe der Oberschenkel bis hin zur Kniekehle unterstützt sein und das Baby darin sitzen wie in einem Sessel. Die Beine dürfen also nicht in ihrer ganzen Länge herunter baumeln! Zu beachten ist ebenfalls, dass die Traghilfe die Durchblutung nicht ab klemmt. Auskunft darüber geben Fachgeschäfte, Hebammen und Trageberaterinnen.



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